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Zeugnis & Ferien!

  • Autorenbild: Karin Rigotti
    Karin Rigotti
  • 5. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Ein glückliche Woche für alle, die das Jahr geschafft haben!



Heute möchte ich Eltern einen kleinen Gedanken zum Perspektivenwechsel mitgeben. Den Eltern von Kindern und Jugendlichen, die im Herbst „die Prüfung“ bestehen müssen und auch den Eltern von jenen, die sich schon auf einen Wechsel in die Oberstufe/BMS/BHS freuen und somit als zukünftige "Selbstläufer" gelten.


9 Wochen "Freiheit" - Perspektivenwechsel der Eltern

Die Sommerferien sind sicherlich erholsam und auch ein Reifungszeitraum. Viele Schüler:innen entwickeln sich ohne äußere Unterstützung weiter: sie werden verlässlicher, reifer, verantwortungsvoller und vorausschauender. Oder?

Wie war das damals bei Ihnen? Welche Bilder haben Sie nun im Kopf und warum lächeln Sie jetzt so?


Warum ich diesen Perspektivenwechsel anrege:

Erwachsene bekommen bei Branchenwechseln gezielte Unterstützung, klares und strukturiertes Onboarding. Einweisungen, Unterlagen, Erklärungen von neuen Arbeitsstrukturen gehören zum Wechsel selbstverständlich dazu. Gleiches gilt für intensives Briefing vor wichtigen Präsentationen oder entscheidenden Gesprächen.

Schüler:innen erhalten…? Genau. Manchen Klassenvorständen ist die Umbruchsituation beim Schulwechsel sehr bewusst und das erste Semester der Homogenisierung inkludiert auch die strukturelle Einführung in neu geforderte Arbeitsmodi.

Schüler:innen, die im Herbst "die Prüfung" schaffen sollen, erhalten zumeist punktuelle Nachhilfe: Das kann ja nicht so schwer sein, oder? - Aber ist das wirklich zielführend und vor allem verändernd?


Fächerübergreifendes Kompetenztraining oder der "Flickerlteppich" im Wert von 153,5 Millionen?

„Lernmanagement und Zeitmanagement für Kinder und Jugendliche" sind keine leeren Schlagwörter. Es geht unter anderem darum, eigene Ressourcen zu identifizieren, diese benennen, gezielt und SMART anwenden zu können. Es geht neben Stärkung in einem defiztorientierten System auch um Selbstwirksamkeit, Strategieentwicklung und Motivationsarbeit.


Erwachsene besuchen externe Seminare, sofern dieses Skillstraining nie im beruflichen Kontext angeboten wurde.

Jugendliche machen das "einfach so", eh klar. Oder sie bekommen spätestens im Dezember das  „Jetzt lern doch endlich!“ ohne weitere Hilfestellung zu hören und bewegen sich oft trotz hohem Zeiteinsatz im niedrigen Erfolgsbereich: das ist frustrierend und demotivierend.

Wenn anstatt des nachhaltigen und ganzheitlichen Ansatzes die punktuelle Nachhilfe als Rettung angesehen wird, dann stärken Eltern eine mittlerweile gut gewachsene Branche, nicht jedoch das eigene Kind.

Gemäß IFES, dem Institut für Empirische Sozialforschung, welches im Auftrag der AK eine Studie zum Thema durchführte, sprechen auch die Zahlen für einen ganzheitlich pädagogischen Ansatz der Stärkung: "Rechnet man die durchschnittlichen Kosten auf die Gesamtzahl der davon betroffenen Schüler:innen hoch, ergeben sich bundesweite Gesamtausgaben für die Nachhilfe in den letzten Sommerferien und im laufenden Schuljahr in der Höhe von rund 153,3 Millionen Euro."


Verständnis heißt Unterstützung

Wichtig ist also die Anerkennung: der Sommer ist lang und hoffentlich erholsam, lustig, abenteuerreich. Aber es kommt kaum zur Kompetenzsteigerung in den genannten Bereichen der notwendigen Selbstorganisation.

Also zeigen Sie Verständnis für den herausfordernden Wechsel in die neue Schulart oder die erlernte Hilflosigkeit vor großen Herausforderungen, unterstützen Sie aktiv oder holen Sie professionelle Unterstützung, sehr gerne auch nach dem offenen Gespräch mit den Unterrichtenden.

Sollte Ihr Kind zu denjenigen gehören, die im Herbst zu einer Prüfung antreten müssen, dann überlegen Sie gerne gemeinsam, ob Zeit- und Lernmanagement als fächerübergreifende Kompetenzen dazu beitragen können, die Lernzeit effizienter und effektiver zu nützen – und trotzdem einen schönen Sommer zu genießen!


Das wunderbare daran, seine Qualitäten zu kennen und richtig einsetzen zu können: man fühlt sich erfolgreicher und ist insgesamt ausgeglichener, blickt sicherer in die Zukunft.

Klingt doch - nachhaltig - gut, oder?

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